Awareness - Was ist das und warum ist das wichtig?
Musik verbindet, bringt Menschen zusammen und schafft unvergessliche Momente. Ob auf einem großen Festival, einem kleinen Konzert oder einer ausgelassenen Clubnacht mit einem DJ – der gemeinsame Nenner ist immer die Liebe zur Musik und die Liebe zur Party.
In einer immer weiter lernenden Gesellschaft weiß man heute aber, dass es da noch etwas gibt, das mittlerweile dazu gehört, nämlich Awareness. Awareness ist das Bewusstsein und die Achtsamkeit für sich und andere.
Gerade bei Events mit vielen Menschen kann es zu unangenehmen oder grenzüberschreitenden Situationen kommen. Hier möchte ich deutlich sagen, dass die meisten gar nicht wissen, dass das, was sie gerade machen irgendwie aus der Zeit gefallen ist und den Gedanken der Awareness verletzt. Das ist also kein böser Wille, sondern einfach nur zu wenig Achtsamkeit. Das kann man lernen.
Zu einem Beispiel komme ich gleich noch. Erstmal aber noch etwas grundsätzliches:
Große Menschenmengen, Alkohol- und Drogenkonsum und eine ausgelassene Stimmung können dazu führen, dass Grenzen verschwimmen. Manche Menschen fühlen sich bedrängt, sexuell belästigt oder diskriminiert. Durch Awareness-Maßnahmen wird ein klares Zeichen gesetzt, dass respektloses Verhalten nicht geduldet wird. Ziel ist es, eine inklusive Feierkultur zu etablieren, in der jeder und vor allem auch jede unbeschwert tanzen und Spaß haben kann. Zwischen „Jeder“ und „Jede“ muss hier unterschieden werden, in meinen Augen. Das, was unter Männern noch ok ist, ist Mädels gegenüber oft ein No-Go.
Ein Beispiel wie es geht und wie nicht:
Ich war letztes Jahr auf einem Open-Air-Konzert. Rumstehen kommt für ich nicht in Frage, ich bin eigentlich immer da, wo die Action ist. Vorne im Moshpit waren einige Typen mit freiem Oberkörper. Früher fand ich das schon echt ekelhaft, mittlerweile habe ich da keinerlei Toleranz mehr. In Pausen zwischen den Songs habe ich dann immer mal einen von den Typen angequatscht und darauf aufmerksam gemacht, dass das irgendwie nicht so cool ist. Wenn man zusammen im Moshpit steht, geht das. Die Leute sind einsichtiger als man denkt.
Zwei Monate zuvor war ich auf einem anderen Open-Air-Konzert – bereits beim Holen des Ersten Longdrinks habe ich ein Schild gesehen, dass überall an allen Essens- und Getränkeständen zu finden war, darauf stand „No Shirt – No Drink“. Vorne im Moshpit war niemand mit freiem Oberkörper und ihr könnt mir glauben, das war im Grunde das gleiche Publikum, einfach nur im Vorfeld etwas sensibilisiert.
Jetzt ging es hier um Punk-Konzert. Da ist das ja was anderes, denkst du….ääh, ääh, da täuscht du dich, oder hast du dich mal auf einem Open Air Techno Festival umgeschaut? Der einzige Unterschied ist, dass die Typen da etwas durchtrainierter sind, der Rest bleibt gleich. Man muss verstehen, dass ein freier Oberkörper auf Mädels auch unangenehm wirken kann, auch wenn man nicht im Moshpit mit der Backe an ihn stößt. Es reicht, wenn ihr zusammen in der Getränkeschlange steht.
Was wäre denn optimal?
Ich kann das ganze Thema hier nur anreißen, hier aber noch ein paar offensichtliche Dinge, die selbstverständlich sein sollten, es aber leider immer noch nicht sind:
-Kein Rassismus
-keine Diskriminierung
-kein Sexismus
-kein unerwünschtes Anfassen.
Was kannst du tun?
Jeder kann zu einem sicheren Raum beitragen. Wenn du mitbekommst, dass jemand bedrängt wird, frag nach, ob alles in Ordnung ist. Sei Verbündete und Verbündeter und setze dich für andere ein. Der Zusammenhalt macht den Unterschied!
Awareness ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Ein respektvoller Umgang, ein offenes Auge füreinander und eine klare Haltung gegenüber diskriminierendem Verhalten machen Konzerte, Festivals und DJ-Auftritte zu einem noch positiverem Erlebnis.
Wenn du magst, schreib mir von deinen Erfahrungen in dem Bereich. Ich bin immer interessiert an dem Gedanken anderer Menschen.