Ich bin doch keine Jukebox 

oder wie Wünsche die Party bereichern


Ich werde tatsächlich immer wieder gefragt „Spielst du auch Wünsche?“! 
Meine Reaktion ist eigentlich stets die gleiche…ungläubiges Kopfschütteln, weil es da draußen anscheinend wirklich Kollegen gibt, die das spielen von Musikwünschen kategorisch ablehnen! 

Nicht nur, dass das komplett mit dem sehr wichtigen Thema „Kundenservice“ kollidiert, nein, es ist auch einfach unfassbar dumm! NATÜRLICH spiele ich Musikwünsche.


Aber fangen wir vorne an…


Tatsächlich ist das Thema nicht so einfach, wie es vielleicht scheint! 

Nehmen wir als Beispiel eine Hochzeit mit 100 Gästen. Familie und Freunde, alle sind da und alle haben große Lust, den Abend zu einer denkenswerten Party zu machen. Als erfahrener DJ weiß ich, wie ich den Abend aufbaue, was ich für die jeweilige Uhrzeit und Altersklasse an Dancefloorfillern spielen muss und wie ich die Party anschiebe. 

Es werden Wünsche aufkommen und ich werde soviele wie möglich davon einbauen, aber eben nur wenn es der Party dient! Hier genau liegt „der Hund begraben“!


Kleines Rechenbeispiel:

Bei 100 Gästen habe ich am Abend, geschätzt, ca. 30 Musikwünsche! Das sind bei 3 Minuten je Song, ca. eineinhalb Stunden Musik! Je nachdem, wann der Eröffnungstanz stattfindet und wieviele Spiele es gibt, habe ich im Schnitt 6 Stunden Zeit fürs auflegen! 

Ihr merkt vielleicht, worauf ich hinaus will! Ich freue mich über jeden einzelnen Wunsch, es ist aber unmöglich ALLE zu spielen! 


Welche Wünsche spiele ich denn dann und welche nicht?


Nun, ich will es einmal unterteilen:


1. Der „Gamechanger“

Ein Wunsch, der die Party auf das nächste Level hebt! Es gibt Partys, die kommen schwerer in Gang als andere und dann kommt ein Gast und wünscht sich den Song, der die Tanzflöche füllt und die Party so richtig abgehen lässt! Immer her mit diesen Wünschen, ich bin dankbar dafür.


2. Der „Spiele ich später“-Song

Manche Wünsche sind Partygranaten, passen aber zu dem jeweiligen Zeitpunkt einfach nicht rein. Wenn ich gerade angefangen habe 70er-Disco zu spielen, kriege ich, zum Beispiel, „Thrift Shop“ von Macklemore nur schwer dazwischen, also vertröste ich den Gast auf später, immer mit dem Hinweis, gerne wiederzukommen und mich zu erinnern!


3. Der „Zu späte“-Song

Es gibt sie, die Songs, die gut sind, gerade irgendwie passen, aber irgendwie einfach zehn Minuten zu spät kommen! 

Ich habe einen Plan im Kopf wie es weitergehen soll, was der nächste und der übernächste Song ist und dann kommt ein Wunsch, der gerade zwar passt, aber zum Einen die Stimmung auf der Tanzfläche etwas abflachen lässt und zum Anderen den weiteren Plan zerstört! Ich würde sagen, ich spiele 50% dieser Songs, bei den anderen 50% sage ich „guter Wunsch, mache ich gerne später“ und das mache ich dann auch!


4. Der „Stimmungskiller“

Was soll ich sagen! Immer wieder wird man mit Wünschen konfrontiert, die unspielbar sind! Entweder zu langsam, zu aggressiv oder auch einfach zu schlecht! Ein deutliches „Nein“ zu einem Song gehört auch zu den Aufgaben eines DJs! Wir sind für die Gesamt-Stimmung verantwortlich und nicht dafür einzelne Gäste zufrieden zu stellen! Natürlich sollte man den Gast ernst nehmen und eine Alternative vorschlagen! Wichtig ist, diesen Gast nicht zu verärgern, man sollte immer im Hinterkopf haben, dass man selbst der Musikprofi und der Gast einfach „nur“ Fan seiner Lieblingsmusik ist!


Fazit:


Liebe Gäste meiner Partys, kommt zu mir. Traut euch, Wünsche zu äußern. Wenn es irgendwie möglich ist, bringe ich sie unter! Nicht alles wird möglich sein, aber sehr viel.
Für diejenigen von euch, die gerade hier sind um einen DJ für ihre Veranstaltung zu suchen, bitte tut euch selbst einen Gefallen, bucht in keinem Fall einen DJ, der sich gegen Musikwünsche sperrt, er wird auch im Gesamtpaket den Abend nur "runterspulen".